Rollenspiel? Pen&paper?

Pen&paper-Rollenspiele (P&P-RPGs, manchmal auch Tabletop-RPGs) habe ich das erste Mal als Teenager wahrgenommen. Sie werden schon seit den Siebzigern gespielt, haben eine lebendige Community und decken eine Fülle von Genres ab. Und damit auch eine Fülle von Regelsystemen. Dungeons & Dragons (D&D), Pathfinder oder Das Schwarze Auge (DSA) sind nur die Bekanntesten. Daneben gibt es eine unübersehbare Menge kleiner Systeme für verschiedene Settings und Ansätze. Es hat eine ganze Weile gedauert, aber dank Formaten wie Stranger Things und Critical Role haben P&P-RPGs ihre nerdige Nische wenigstens ein Stück weit verlassen.

Es ist eine ganz eigene und einzigartige Erfahrung. Das Spielprinzip ist dabei (fast) immer dasselbe. Es gibt einen Spielleiter/Master, der das Spiel leitet und die Geschichte vorantreibt. Er ist eine Mischung aus Erzähler, Moderator und wandelndem Regelwerk. Und es gibt eine Gruppe von Spielerinnen und Spielern, die eine Rolle in dieser Geschichte verkörpern und gemeinsam das Abenteuer erleben. Das Ziel ist es  nicht zu gewinnen, sondern gemeinsam Abenteuer zu erleben.

Nachdem ich lange Zeit DSA-Master war und es geliebt habe, war bei mir irgendwann die Luft raus. Das Fantasy-Genre fühlte sich zu ausgeleiert, das Regelwerk zu komplex an. Also habe ich das Thema für mich ad acta gelegt. Dachte ich.

Bis ich auf die Idee kam, mit neXus mein eigenes Rollenspiel-System zu entwickeln. Und leider – wenn sich so eine Idee in meinem Kopf festsetzt, werde ich sie nicht mehr los.

Gibts nicht schon genug davon?

Wie schon gesagt – es gibt unzählige pen&paper-Systeme. Warum noch ein weiteres? Was soll es denn anders/besser machen?

Naja, das sind im Wesentlichen drei Dinge. Mit neXus möchte ich ein einsteigerfreundliches System entwickeln, das einen Multiversums-Ansatz aufgreift und in meiner Heimatstadt Berlin angesiedelt ist.

Lokal verwurzelt

Fangen wir bei meiner Heimatstadt an. Die Rahmenhandlung ist in Berlin angesiedelt.

Oder genauer gesagt, in metro:berlin des Jahres 2078 – einer dystopischen Version der Stadt, die von Niedergang und der Allmacht globaler Konzerne geprägt ist. Die große Mehrheit schlägt sich mehr schlecht als recht durch, Clans und Banden beherrschen ganze Bezirke.

Multiversum

Eine dystopische Großstadt im Niedergang, das klingt nach Cyberpunk-Setting.

So ist es auch, aber einige Geschichten werden in anderen Settings spielen. Die selben Charaktere werden verschiedene Welten bereisen, um dort Teile der übergreifenden Story-Kampagne zu erleben. Die Spielmechanik ermöglicht einen offenen Ansatz, um nach und nach weitere Settings und Welten hinzuzufügen. Es klingt etwas ausgeleiert, aber es stimmt: die einzige Grenze bei neXus ist die Fantasie.

Einsteigerfreundlich

Große Rollenspiel-Systeme bieten einen riesigen Gestaltungsspielraum für Spieler und Master. Der Preis dafür sind dicke Regelbücher und komplexe Charakterbögen. Mit neXus versuche ich, das Regelwerk so schlank wie möglich zu halten, und so viele Elemente wie möglich haptisch und greifbar zu machen. 

Und wo soll das jetzt hinführen?

Wenn ich das wüsste 😉

Im Moment befindet sich neXus ja noch in der Entwicklung. Wir haben angefangen, es in verschiedenen Runden zu spielen – sozusagen eine beta-Phase, in der ich die Spielbarkeit testen und das Feedback der Spieler einsammeln kann.

Ob ich am Ende versuchen werde, das ganze zu kommerzialisieren (z.B. über Spieleverlage oder Crowdfunding) oder es kostenlos zur Verfügung stelle z.B. über die Creative Commons, kann ich auch noch nicht sagen. Erstmal muss es so gut werden – aus meiner Sicht UND der der Spieler – dass ich das Gefühl habe ‚Okay, jetzt muss ich damit nicht verstecken‘.

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